Wenn Sie als Geschäftsführer eine Schiedsklage erhalten – etwa nach der DIS-Schiedsgerichtsordnung 2018 (DIS-SchO 2018) – zählt jede Stunde. Die Verfahrensordnung setzt kurze Fristen und hohe Anforderungen. Fehler oder Verzögerungen können schnell zu einem Verlust des Einflusses auf das Verfahren führen – bis hin zu nachteiligen Entscheidungen. Damit das nicht passiert, sollten Sie diese fünf Sofortmaßnahmen beachten:
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DIS-Schiedsklage erhalten? Diese Checkliste hilft Geschäftsführern bei den nächsten Schritten.
1. 21-Tage-Frist für Schiedsrichterbenennung und 45-Tage-Frist für Klageerwiderung beachten
Bereits mit der Zustellung der Schiedsklage beginnt ein enger Zeitrahmen:
- Innerhalb von 21 Tagen muss der Schiedsbeklagte einen Schiedsrichter benennen und sich aktiv in das Verfahren einschalten (Art. 7 DIS-SchO 2018).
- Parallel läuft die 45-tägige Frist für die Klageerwiderung (Art. 11 Abs. 2 DIS-SchO 2018).
Tipp: Notieren Sie beide Fristen unmittelbar und delegieren Sie das Fristencontrolling – idealerweise an Ihre Rechtsabteilung oder Ihren Anwalt.
2. Beweise sichern – systematisch und nachvollziehbar
Sammeln und dokumentieren Sie umgehend:
- Verträge, Mails, Schriftwechsel mit der Gegenseite
- Notizen zu Verhandlungen
- Rechnungen, Lieferscheine, Leistungsnachweise
Dokumentieren Sie: Wo liegen die Originale? Wer hat Zugriff? Welche Unterlagen sind nur digital vorhanden?
Ziel: Vollständige und gerichtsfeste Dokumentation für Ihre Verteidigung.
3. Den „richtigen“ Schiedsrichter benennen – mit Strategie
Die erste Chance zur Verfahrenssteuerung liegt bei der Schiedsrichterauswahl. Berücksichtigen Sie:
- Branchenerfahrung und rechtliche Expertise
- Vertrautheit mit der DIS-SchO oder dem UN-Kaufrecht (CISG)
- Sprachkenntnisse und internationale Erfahrung
Prüfen Sie auch, ob Ihre Schiedsklausel besondere Vorgaben enthält (z. B. Qualifikationen, Sitz, Nationalität).
4. Frühzeitig einen spezialisierten Rechtsanwalt für Schiedsverfahren hinzuziehen
Ein erfahrener Schiedsrechtler kennt die Fallstricke der Verfahrensordnung und übernimmt:
- Fristenkontrolle und Schiedsrichterbenennung
- Prüfung der Schiedsklausel (Zuständigkeit, Wirksamkeit)
- Strategieentwicklung und Verfahrensführung
- Einreichung der Klageerwiderung und Beweismittel
Wichtig: Bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten sollte der Anwalt auch internationale Vollstreckungsfragen im Blick haben.
5. Interne Kommunikation & Krisenmanagement aufsetzen
Aktivieren Sie – vertraulich und gezielt – alle internen Akteure:
- Geschäftsführung, Gesellschafter, Aufsichtsrat
- Compliance, Recht, Controlling
- ggf. Kommunikation, wenn externe Wirkung zu erwarten ist
Ziel ist ein abgestimmtes Handeln nach innen und außen. Krisenstab oder feste Ansprechpartner helfen, Informationen zu bündeln und Prioritäten richtig zu setzen.
Fazit
Die ersten Tage nach Erhalt einer Schiedsklage entscheiden maßgeblich über den Verfahrensverlauf. Wer Fristen einhält, Beweise sichert und die strategische Weichenstellung nicht verschläft, kann selbst bei schwieriger Ausgangslage die Kontrolle über das Verfahren behalten. Schiedsverfahren sind gestaltbar – wenn man frühzeitig und professionell handelt.
