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CAM – Camera Arbitrale di Milano

Die Camera Arbitrale di Milano (CAM) ist die wichtigste italienische Schiedsorganisation mit Sitz in Mailand. Sie bietet Verfahren nach modernen Schiedsregeln und ist besonders im Bereich Handels- und Investitionsstreitigkeiten aktiv.

Besonderheiten:
Italienischer Schwerpunkt mit starker internationaler Ausrichtung
Verwaltung von Schieds- und Mediationsverfahren
👉 Mehr zu Kosten und Verfahren der CAM finden Sie im Beitrag: CAM Schiedsverfahren

Case Management Conference

Die Case Management Conference (CMC) ist eine Verfahrensbesprechung zu Beginn eines Schiedsverfahrens, bei der das Tribunal und die Parteien organisatorische und prozessuale Fragen klären. Ziel ist es, den Ablauf des Verfahrens effizient zu gestalten und auf die Bedürfnisse des konkreten Falls zuzuschneiden.

Fachdefinition
Eine Case Management Conference ist ein strukturiertes Treffen, das üblicherweise nach der Konstituierung des Tribunals stattfindet. Sie kann persönlich, per Videokonferenz oder telefonisch durchgeführt werden.
Typische Themen:
Zeitplan und Procedural Timetable
Organisation von Schriftsätzen und Dokumentenproduktion
Fragen zur Beweisaufnahme (z. B. Anwendung der IBA Rules on Evidence)
Umgang mit Zeugen- und Sachverständigenbeweisen
Verfahrenssprache und Übersetzungsbedarfe
Nutzung von Case Management Tools (z. B. elektronische Plattformen)
Vereinbarung über mögliche Mediation oder Settlement-Versuche
Viele Schiedsordnungen sehen CMCs ausdrücklich vor, z. B. Art. 24 ICC-Schiedsordnung oder § 27 DIS-Schiedsordnung.

Praxisbeispiel
In einem ICC-Schiedsverfahren mit Sitz in Frankfurt findet unmittelbar nach Konstituierung des Tribunals eine Case Management Conference per Videokonferenz statt. Das Tribunal legt zusammen mit den Parteien fest: zwei Schriftsatzrunden, eine Hauptverhandlung in 10 Monaten, Anwendung der IBA Rules on Evidence und Nutzung einer gesicherten Online-Plattform für Dokumentenaustausch.

Relevanz & Vorteile
Effizienz: Frühzeitige Strukturierung verkürzt Verfahrensdauer
Transparenz: Parteien kennen den Ablauf und können besser planen
Flexibilität: Anpassung des Verfahrens an die Besonderheiten des Falls
Kostensenkung: Vermeidung unnötiger Schriftsätze oder Verfahrensschritte
Die CMC ist ein zentrales Instrument modernen Verfahrensmanagements und stärkt die Akzeptanz der Parteien.

Weiterführende Links
Glossar: [Procedural Order], [Terms of Reference], [Case Management], [Schiedsverfahren]
Blog: [Case Management im Schiedsverfahren – Best Practices]

CEPANI – Belgian Centre for Arbitration and Mediation

Das Belgian Centre for Arbitration and Mediation (CEPANI) in Brüssel ist die führende belgische Schiedsorganisation. Es bietet strukturierte Verfahren zur Schiedsgerichtsbarkeit und Mediation, häufig mit internationalem Bezug.

Besonderheiten:
Sitz in Brüssel, Verfahren oft auf Englisch, Französisch oder Niederländisch
Starker Fokus auf den Benelux-Raum und europäische Handelsschiedsverfahren
👉 Mehr zu Kosten und Verfahren des CEPANI finden Sie im Beitrag: CEPANI Schiedsverfahren

Challenge eines Schiedsrichters

Die Challenge eines Schiedsrichters bezeichnet das Verfahren, mit dem eine Partei im Schiedsverfahren die Abberufung oder Ablehnung eines Schiedsrichters beantragt. Grund ist regelmäßig die Befürchtung von Befangenheit oder fehlender Unabhängigkeit.

Fachdefinition
Eine Challenge ist ein förmliches Rechtsmittel im Schiedsverfahren, das auf die Unparteilichkeit, Unabhängigkeit oder Qualifikation eines Schiedsrichters abzielt.
Typische Gründe für eine Challenge:
Interessenkonflikte (z. B. geschäftliche oder persönliche Beziehungen zu einer Partei)
Vorbefassung mit dem Streitgegenstand
Finanzielle oder berufliche Abhängigkeiten
Wiederholte Ernennungen durch dieselbe Partei oder denselben Anwalt
Vorzeitige Stellungnahmen zum Verfahrensgegenstand

Rechtsgrundlagen:
§ 1036 ZPO (Deutschland)
Art. 12 UNCITRAL Model Law
IBA Guidelines on Conflicts of Interest in International Arbitration (2024)
Spezifische Schiedsordnungen (z. B. ICC Art. 14, DIS Art. 18, LCIA Art. 10)
Ablauf:
Partei stellt innerhalb einer bestimmten Frist nach Kenntnis einen Challenge-Antrag.
Begründung und Beweise müssen dargelegt werden.
Entscheidung erfolgt durch die Schiedsinstitution oder – im Ad-hoc-Verfahren – durch das Tribunal ohne den betroffenen Schiedsrichter.

Praxisbeispiel
In einem ICC-Verfahren stellt die Beklagte einen Challenge-Antrag gegen einen Schiedsrichter, weil dessen Kanzlei parallel einen Mandanten der Gegenseite in einem anderen Verfahren vertritt. Das ICC-Court prüft den Antrag und entscheidet, den Schiedsrichter abzuberufen, um die Integrität des Verfahrens zu wahren.

Relevanz & Vorteile
Das Challenge-Verfahren schützt die Unabhängigkeit und Neutralität der Schiedsgerichtsbarkeit. Es sichert das Vertrauen der Parteien in die Integrität des Tribunals.
Gleichzeitig besteht die Gefahr des Missbrauchs: Manche Parteien nutzen Challenges taktisch, um Verfahren zu verzögern oder Druck auf die Gegenseite auszuüben.

Weiterführende Links
Glossar: [Befangenheit im Schiedsverfahren], [Schiedsrichterbenennung], [Tribunal], [Schiedsverfahren]
Blog: [Challenge von Schiedsrichtern – Schutz der Unabhängigkeit oder Verzögerungstaktik?]

CIETAC – China International Economic and Trade Arbitration Commission

Die CIETAC ist eine der größten und traditionsreichsten Schiedsinstitutionen in Asien. Sie administriert seit den 1950er-Jahren Schiedsverfahren mit Bezug zur Volksrepublik China und hat sich zu einem zentralen Forum für die Beilegung internationaler Handelsstreitigkeiten entwickelt.

Besonderheiten:
Standorte: Hauptsitz in Peking, mit weiteren Kommissionen in Shanghai und Shenzhen.
Praxis: CIETAC ist für ihre strukturierte Verfahrensführung, eine institutionelle Kontrolle von Schiedssprüchen („scrutiny“) und die Betonung der Sachverhaltsaufklärung bekannt.

Ausrichtung: Internationale Wirtschaftskonflikte aus Branchen wie Bau, Handel, Technologie und Energie.

Mehr Details zu Verfahren, Ablauf und Kosten finden Sie hier:
👉 CIETAC Schiedsverfahren

Consent Award

Ein Consent Award ist ein Schiedsspruch, der auf einer von den Parteien erzielten Einigung beruht. Er dokumentiert die Vergleichsvereinbarung der Parteien in Form eines vollstreckbaren Schiedsspruchs und verbindet damit die Vorteile einer gütlichen Streitbeilegung mit der Durchsetzbarkeit eines Awards.

Fachdefinition
Der Consent Award (auch Award by Consent oder Agreed Award) entsteht, wenn die Parteien während eines laufenden Schiedsverfahrens eine einvernehmliche Lösung finden und das Tribunal gebeten wird, diese Einigung in Form eines Schiedsspruchs niederzulegen.
Merkmale:
Rechtsnatur: Schiedsspruch mit vereinbartem Wortlaut (z. B. § 1053 ZPO, Art. 26 UNCITRAL-Regeln, Art. 33 ICC-SchO).
Inhalt: Enthält die Einigung der Parteien, oft mit denselben Wirkungen wie ein Vergleich vor Gericht.
Bindungswirkung: Wie jeder andere Schiedsspruch endgültig und vollstreckbar.
Vorteil: Internationale Vollstreckbarkeit nach dem New Yorker Übereinkommen (NYC) in über 170 Staaten.

Praxisbeispiel
Ein deutscher Exporteur und ein niederländischer Abnehmer führen ein DIS-Schiedsverfahren über Schadensersatzforderungen. Im Laufe der Verhandlung einigen sie sich auf eine Zahlung von 1 Mio. EUR. Das Tribunal erlässt auf Antrag der Parteien einen Consent Award, der die Einigung dokumentiert und in den Niederlanden wie ein Urteil vollstreckbar ist.

Relevanz & Vorteile
Planungssicherheit: Parteien erhalten einen vollstreckbaren Titel.
Kosteneffizienz: Verfahren wird frühzeitig beendet, ohne vollständige Beweisaufnahme.
Flexibilität: Parteien können selbst die inhaltliche Lösung bestimmen.
Strategischer Nutzen: Vergleichslösungen werden rechtlich abgesichert und international durchsetzbar.

Weiterführende Links
Glossar: [Award], [Schiedsspruch], [Schiedsverfahren], [New Yorker Übereinkommen (NYC)]
Blog: [Consent Awards im Schiedsverfahren – Vergleich mit internationaler Durchsetzbarkeit]

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